Outdoor vs. Indoor

Elektrorollstühle werden für unterschiedliche Einsatz­bereiche optimiert. Innenraum-Modelle priorisieren Wendigkeit und Kompaktheit, Outdoor-Modelle Robustheit und Gelände­gängigkeit. Wer beides braucht, muss Kompromisse eingehen.

Indoor-Optimierung

Outdoor-Optimierung

IP-Schutzklassen — was bedeuten sie?

Die IP-Schutzklasse (Ingress Protection) gibt an, wie weit ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist:

KlasseBedeutung
IPX2Schutz gegen leichtes Tröpfeln (15° Neigung)
IPX4Allseits spritzwassergeschützt — leichter Regen
IPX5Strahlwasser aus allen Richtungen
IPX6Starker Regen, starke Wasserstrahlen
IPX7Zeitweiliges Untertauchen — bei Rollstühlen praktisch nie

Der erste Ziffer (z. B. IP54) bezieht sich auf Festkörper-Eindringen (Staub). Bei Rollstühlen meistens IP54 oder einfacher als IPX-Angabe.

Kompromiss-Modelle

Manche Hersteller bieten Modelle an, die Indoor- und Outdoor-Eigenschaften kombinieren — durch:

Diese Modelle sind teurer und tendenziell schwerer, lösen aber das „Zwei-Rollstuhl-Problem" für Nutzer:innen mit gemischtem Einsatzbereich.

Praktische Wohnraumprüfung vor der Auswahl

Vor der Modellauswahl prüfen:

  1. Türen: lichte Breite, mindestens 75 cm besser 80 cm. Schiebe- statt Drehtüren erleichtern den Durchgang.
  2. Wenderaum: 150 × 150 cm freie Fläche an strategischen Stellen (Flur, vor Schränken).
  3. Schwellen: alle über 2 cm absenken oder mit Rampen versehen.
  4. Bodenbelag: Hochflor-Teppich erhöht den Rollwiderstand erheblich.
  5. Aufzug: Maße der Kabine vergleichen.